Wir stehen bereit – Rahmenprogramm Punkt 1

Wir hatten bereits die Ausstellung “Wir stehen bereit – Zelle Asphaltkultur” angekündigt. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten läuft die Show nun “rund” und es gibt auch ein Rahmenprogramm. Wer also eine Kuratorenführung erleben will , sei herzlich eingeladen.
Hier die Kurzinfos und ein Link zum Event

Rahmenprogramm Punkt 1:
Kuratorenführung, Vortrag, 2 Hour Party

Samstag, den 14. Juni ab 22h:
Kuratorenfühung und Vortrag, danach 2 Hour Party bis 01:50h.

Um 02:05h fährt der Nachtbus NE2 von Haltestelle Zollverein nach Essen Hauptbahnhof.

“WIR STEHEN BEREIT” – Ausstellung

Die Zelle Asphaltkultur hat eine vielversprechende Ausstellung in Essens Kunstinstitution Stiftung Zollverein. “WIR STEHEN BEREIT- URBANE INTERVENTION, GRENZÜBERSCHREITUNG UND UNGENEHMIGTE MALEREI” ist der Titel und dürfte den ein oder anderen Museumsbesucher irritieren , wenn nicht sogar verstören. Denn die Zelle ist bekannt am liebsten Züge zu bemalen , oder zur Biennale Venedig gar Vaporettos. Es ist schon ein mutiger Schritt einer Kunstinstitution solch eine Schau zu bringen. Und wohl gemerkt wird auch ein Katalog zur Ausstellung rauskommen – der dürfte nicht von schlechten Eltern sein. Also ein definitives Highlight was Urban-Art-Ausstellungen betrifft – Eröffnung ist am 16. Mai – 18 Uhr… mehr Infos gibt’s hier

Eröffnung Neun Görlitz

bemalter güterzug von aris

Nächste Woche Freitag eröffnet Neun Görlitz mit der Ausstellung “Coming from the yard – straight out of Verschiebebahnhöfe”. Görlitz ist bisher für einigefleischte MuralFans bekannt für das alljährlich stattfindende FokusFestival auf dem famosen Schlachthofgelände. Mit der “Neun” wird in der vermeindlichen Pampa eine neue Institution geboren die europaweit agieren wird. Europaweit zu agieren ist in Görlitz bekanntlich sehr einfach – man gehe einfach nur über die Neisse und man steht in Zgrozelec dem polnischen Teil der 1945 geteilten Stadt Görlitz.

Hier der offizielle Pressetext zur Ausstellung

Coming from the yard – straight out of Verschiebebahnhöfe

“Coming from the yard – straight out of Verschiebebahnhöfe” ist eine Gruppenausstellung internationaler Urban Artists eines spezifischen Felds – der Trainworks ( nicht zu verwechseln mit dem stylewriting auf Zügen ). Sie arbeiten ungenehmigt auf Zügen, jedoch ist der Untergrund nicht zwangsläufig ein sauberer Personenzug. Es werden vor allem Möglichkeiten gesucht um Werke in Ruhe zu realisieren.

Der italienische Künstler Aris arbeitet bevorzugt auf Güterzügen, deren Oberfläche nicht von störenden Fenstern zergliedert sind. Dazu nutzt er auf dem oftmals stark verdreckten Untergrund pigmentstarke Acrylfarben , die den Kontrast zwischen scherenschnittartiger Bemalung und Untergrund verdeutlichen.
Jens Besser hingegen bevorzugt “trashed trains” – ausrangierte Züge die bereits vor sich hin verrotten und von Bahngesellschaften längst abgeschrieben sind. Zu Unorten, zu den sich nur noch Schrottsammler und Obdachlose trauen, trampt Besser um die besondere Atmosphäre aufzusaugen und in Kunstwerke weiterzuverarbeiten.
Other aus Canada hingegen sieht sich in der Tradition der “Hobos”. Mit Güterzügen reisende Wanderarbeiter in Nordamerika. Other zeichnet mit Ölkreiden erzählerische Figurationen auf Güterzügen während seiner zahlreichen Reisen.
Der dresdner Shlomo Faber arbeitet seit jeher auf Personenzügen und nutzt dazu jedes nur erdenkliche Material – Styropor, Schablone, Acrylfarbe – die glatten Oberflächen des ÖPNV scheinen perfekt geeignet für gesellschaftliche Provokation, Kritik oder doch nur graphische Spielerei.
Die morbiden Werke des Kunstudenten Zasu lassen immer wieder Gedanken an die Vergänglichkeit dieser ephemeren Kunst aufkommen. Auch zeigen sie die Risiken dieser Kunst auf – denn das Betreten von Bahngelände ist sehr gefährlich.

Um die Künstlerauswahl abzurunden wird die Fotografie des bulgarischen Fotografen Bozhidar Asenov gezeigt. Asenov begleitet seit vielen Jahren Zugmaler und Trainwriter auf ihren Reisen. So schafft er Einblick in eine im Schatten der Gesellschaft agierende Künstlergruppe , die nicht unter uns zu sein scheint. Und doch ist festzustellen das junge Bankkaufleute, Restaurant-Manager oder Graphikdesigner hinter diesen Werke stehen.

Die Ausstellung zeigt Drucke, Fotografien, Cyanothypie, Zeichnungen und Originalschablonen.

Öffnungszeiten der Ausstellung

Samstag – 14.12 – 16.30 -19 Uhr
Donnerstag – 19.12 – 16.30 – 19 Uhr
Freitag – 20.12 – 16.30 – 19 Uhr
Samstag – 21.12 – 16.30 – 19 Uhr

und nach Vereinbarung

Adresse – Fischmarkt 9 – 02826 Görlitz/Zgorzelec

“Street Art Karrieren” – ein erster Kommentar

Ein Zwischenbericht zu “ Street Art Karrieren” (nachdem ich (Jens Besser) den eigenen Part überfolgen habe – soviel Ehrlichkeit muss sein)

Heike Derwanz ist vor allem Kulturwissenschaftlerin – und sie nimmt auf sehr genaue Art und Weise die Entwicklung von Street Art Hype & co. auseinander. Ich, als Aktiver der “Szene” ( falls es sowas gibt) seit 2000, finde bekannte & unbekannte Informationen – vor allem was die Reflexion über das Geschehene betrifft, bin ich vom Werk überrascht. Toll ist wie eine Aussenstehende es geschafft hat in eine “illegale” Szene einzuarbeiten und damit eine umfangreichen Blick von Aussen zu schaffen.

Jemand der seit dem Beginn der 2000er dabei ist, wird in dem Buch sicherlich auch seinen Namen lesen. Für alle die erst ab 2006 mit “Street Art begonnen haben” , empfehle ich dieses Buch dringend. Vor allem unter Gesichtspunkten des “sich Wiederholens der Geschichte”. Es ist ein sehr umfangreicher Abriss über die Entwicklung eines Hypes und wie er von der Kunst & Designwelt aufgenommen ( wenn nicht sogar bestens aufgesogen/assimiliert) wurde. Und was am Ende davon blieb ( wenig ernsthafte Arbeit im Aussenraum ). Nach aktuellen Aktionen ( Banksy’s NYC-Residency, Vanadalog posted wieder mehr “Ungenehmigte Werke” ) ist doch ein Rückbesinnen auf die Materie da – nämlich das Rückerobern des öffentlichen Raums und nicht das Streben nach Etablierung am Kunst&Designmarkt ( und dessen bedienen! ). Um das alles zu Verstehen ist Heikes Buch wohl der Schlüssel für Aussenstehende.

Ich habe Heike bereits für ihre umfangreiche Arbeit (die vor über 7 Jahren Begann!!! ) auf meinem Blog gedankt ( Achtung typische Eigenwerbung eines Street Artists, bestens erklärt in Heikes Werk ).
Mein eigenes Exemplar habe ich beim Verlag bestellt und voll bezahlt. Nun hoffe ich dass auch viele andere ihre Arbeit würdigen, als die wohl erste kulturwissenschaftliche Chronisten der “Street Art Ära 2003-2010″ in einer wissenschaftlichen Arbeit ( Bitte korrigiert mich , wenn ähnliches schon erschienen wäre – auf dt. eng. oder sp. ) Wer sich die Arbeit nicht kaufen möchte , wird sie sicherlich bei Zeiten in den deutschsprachigen Universiätsbibliotheken finden und dann dort kostenfrei lesen und zitieren.

Weitere bereits erschienenen wissenschaftliche Arbeiten auf dem Feld wären Claudia Wilms – “Sprayer im White Cube” – da bin ich auch drin , deshalb nenn ich’s zuerst ;), Nora Schmidt “Das Trottoir als Galerie” , Julia Reinicke “Street-Art” und Ulrich Blanché “Something to s(pr)ay”.

Sichtbetong 2013 – los geht’s

sichtbetong - info offsping kiosk

Bereits am Sonntag kamen die ersten Künstler beim diesjährigen Sichtbetong-Kunstcamp an. Während in den letzten Jahren der Fokus auf Wandbilder war, ist’s in diesem Jahr eher das frikeln, basteln, 3-dimensionale Bauen von Werken in der städtischen Atmosphäre.

Das Camp befindet sich im Stadtteil Löbtau. Zwischen Gründerzeitbebauung und urbaner Brachfläche, angrenzend an der Weisseritz ( bekannt aus Funk und Fernsehen für die spektakuläre Flutung des dresdner Hauptbahnhofs 2002 – einmalige Intervention !!! ) Während Lukas Adolphi seine Arbeit bereits fertiggestellt hat, wird andernorts noch gesägt und geschraubt. Auch mit Pinsel, Rolle und Dose werden einige Werke auf dem Campareal entstehen. Bis zum Sonntag gibt es ein reichhaltiges Programm an Workshop, Vorträgen, Musik-paraden und vieles mehr. Alle Infos gibt’s online auf sichtbetong.de

Und nicht zu vergessen ist die sichtbetong-crowdfunding-campagne um eine Fehlbedarfsfinanzierung zu decken – riskant, aber hoffentlich erfolgreich!

sichtbetong 2013 – Ausschreibung verlängert!

sichtebtong teaser

Auch in diesem Jahr findet wieder das Sichtbetong-Festival in Dresden statt. Das kleine  feine Festival, organisiert von einer Truppe junger, engagierter Leute, wandert aus Dresden-Prohlis aus und geht dieses Jahr nach Löbtau. Genauer an den Weisseritzgrünzug. Die Weisseritz dürfte dem ein oder anderen Hochwassertouristen ein Begriff sein. 2002 schaffte es das Flüsschen bis zum Dresdner Hauptbahnhof   und in diesem Jahr erreichte die Weisseritz mal wieder die höchste Warnstufe. Das Festival befindet sich also in bester urbaner Prekariatslage.

Leider haben sich bisher, auf die etwas bürokratisch anmutende Ausschreibung, wenige  Künstler beworben bzw. Ideen eingereicht. Deshalb wurde der Bewerbungszeitraum verlängert. Man darf die Ausschreibungsunterlagen ruhig etwas “unsachgemäss” ausfüllen , oder einfach per E-mail “formlos” Ideen einreichen. Wichtig ist, dass ihr euch mit dem Ort auseinandersetzt und die Ausschreibungskriterien mal durchgelesen habt. In diesem Jahr gibt es keine Wände – sondern viel Freifläche die man bespielen kann. Der Fokus liegt also auf urbane räumliche Eingriffe. Wer also vom 2-8. September noch nichts vor hat sollte sich die Ausschreibung dringend mal reinziehen ….

“Der Vandale wandert von Galerie zu Galerie”

Bild von Finisage_Livevertonung der Ausstellung Conceptual Vandalism

2013 startet volle Kanne ( umgangssprachlich für Dose) ins “Graffiti-Kunst”-Jahr 2013. In der aktuellen KUNSTZEITUNG widmet sich der Frontartikel dem Thema des “Graffiti-Künstlers”, umgangssprachlich auch Vandale genannt. In “Der Vandale als Kulturheld” erwähnt der Autor Jörg Restorff  u.a. Führungen durch Berlin,  die Berliner Graffiti-Oma, die Kunstmessen Stroke & Bloom , J. Baudrilllard, Haring, Basquiat und natürlich Banksy. Sogar des Wort “Buffen” wird erklärt. Einzig konkret genannte Ausstellung ist die gestern beendete Ausstellung “Conceptual Vandalism” in der dresdner motorenhalle ( Foto oben – Finisage mit Vertonung durch ALP & Trontheim ). Der Autor des Artikels hat sich bei der Wahl des Untertitels wahrlich passend ausgedrückt : “Weshalb der Kunstbetrieb auf den GRAFFITI-ZUG aufspringt.” Im Artikel kommt wenig neues für den involvierten Street-Art-Kenner vor , doch muss man dem Autor wirklich loben wie er Aussenstehenden einen netten Einstieg ermöglicht. Schade nur, dass er nicht auf deutsche Besonderheiten eingegangen ist – wie die kürzlich beendet Ausstellung there’s a law und die oben erwähnte Ausstellung zeigten . Anders als im restlichen Europa ist das Thema Züge/bewegete Untergründe mit konzeptuellen “Non-Writing-Botschaften” zu versehen ein deutsches Phänomen. Doch möglicherweise hat Herr  Restorff bereits die nächste Ausstellung in Ruttkowski 68 in Köln im Blick gehabt ( und ein weiterer Artikel kommt noch ? ) . Mit Taps und Moses werden zwei szenebekannte “Graffiti-Künstler” ausstellen, die mit Vorliebe den “Graffiti-Zug” bedienen. Eröffnet wird die Ausstellung “Topsprayer Express”  am 1. Februar 19 Uhr auf der Bismarckstrasse 68 in Köln. Mehr Infos dazu auf der website von Ruttkowski68 im press-kit. Man darf also gespannt sein, wie sich das “Graffiti-Kunst”- Jahr 2013 entwicklt.

von taps & moses besprühter Zug mit der schrift sellout

“there’s a law” – Ausstellung in Düsseldorf

picture of an illegal  wallpainting
Das Thema der “untypischen” Zugsprüharbeiten in Videos und Ausstellungen scheint nicht abzureissen. Nach der Ausstellungeröffnung von Conceptual Vandalism Ende November in Dresden, der Videopublikation von “love & security” (und den umfangreichen Presserückmeldungen sowie einer innofiziellen Stellungnahme zur Interpretation des Videos auf trainworks.blogspot.com ) kommt nun die nächste Ausstellung . “There’s a law” der Gruppe “Zelle Asphaltkultur” zeigt zahlreiche Interventionen im öffentlichen Raum – vor allem auf Zügen, aber auch zu Lande an Wandfläche oder zur See auf einem Linienbot in Venedig. Einige Bilder zu Werken der Ausstellung gibt es zu sehen im veröffentlichen Katalog in einer verkürzten online-Ausgabe. Die Ausstellung ” There’s a law” läuft noch bis 6.1.2012. “Conceptual Vandalism” schliesst am 12.01.2012 mit einer Sound-Video-Performance.


Und als wäre dies nicht genug kommt nun noch ein Video der dresdner Ausstellung Conceptual Vandalism als nettes vorweihnachtliches Geschenk für alle die, die nicht in den mit “D” beginnenden Landeshauptstädten wohnen. “I’M HARDCORE” ist eine Parodie auf zunehmende aggressive Selbstdarstellungen der Writerszene insbesondere auf Zügen.

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