Streetfiles ist tot: Waaarum?

Seit letzter Woche ist die weltgrößte Foto-Community für Graffiti und Streetart vom Netz. Beim Abschiedsabend im VandalCafe#8 haben die Streetfiles-Macher über ihre Gründe geredet. Außerdem gings um Russen, GraTittis und warum es trotzdem Spaß gemacht hat. Goodbye love!

Mitschnitt des Vandal Cafés #8 vom 30.4.13 (11min):

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Rap-Wegweiser in New York

“Meine Straße, mein Ghetto, mein Block” – Aber kommt der auch in nem Rapsong vor? Jay Shells hängt Schilder mit Rap-Zitaten an die Originalschauplätze.

“On 139 and Lenox Ave there’s a big park, and if you’re soft, don’t go through it when it gets dark.”

Pixação – Xarpi – Tags in Rio de Janeiro

Vor drei Wochen lief im VandalCafe #7 der Film “Luz, Camera, Pixação!“. Wir hatten dabei Gelegenheit, dem Regisseur Gustavo GUGA Coelho ein paar Fragen zu stellen (Danke ans Café Wendel nochmal!). Nun ist der Mitschnitt fertig und dazu gibt es noch ein paar eindrucksvolle Fotos aus Rios Straßen :

Mitschnitt VandalCafe #7 + Diashow :

VandalCafé#7: Graffitidoku aus Rio

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In der nächsten Ausgabe der Verunstaltungsreihe begeben wir uns mal wieder
in südlichere Gefilde und nehmen die tags in Rio de Janeiro unter die Lupe

Mehr erfahrt ihr hier: VandalCafe – Blog

Vandal Café #7 _ “Luz, Câmera, Pichação!” (Filmpremiere + Regisseur)

Sonntag 03.03.13 / 19 Uhr / Eintritt frei / Café Wendel /

Schlesische Straße 42 / Berlin-Kreuzberg

Film über Istanbuls Streetart

Am Donnerstag kann man sich in Berlin-Kreuzberg den Film “Urbanbugs” anschauen – es geht um Istanbuls StraßenmalerInnen-Szene und die etwas übertriebene Frage, ob sie die Aufwertung der Stadt vorantreiben.

Aus der Ankündigung auf urbanophil.net:

“Am Donnerstag, 06.12.2012 um 19.30 Uhr präsentieren urbanophil und das Stadtlabor der Humboldt-Universität zu Berlin in der Markthalle Neun/Kreuzberg den Dokumentarfilm “Urbanbugs – A Street Art Documentary”. Bei der anschliessenden Diskussion auf Deutsch/Englisch mit dem Architekten Martin Schwegman und der Kunsthistorikerin Ayse Nur Erek werden Fragen nach der Rolle urbaner Interventionen, wie zum Beispiel Graffiti oder StreetArt, und den aktuellen Tendenzen der Stadtentwicklung Istanbuls diskutiert.”

„Vandalismus-Report BVG“: BZ verkauft Leser für dumm

Es ist nicht leicht für die Journalisten der BZ: jeden Tag müssen stinkende, alte Fische in neues Zeitungspapier gewickelt werden, um sie als frische Ware verkaufen zu können. Ein Thema, das immer funktioniert: Vandalismus. Die Titelseite vom Donnerstag:

„Vandalismus-Report BVG

Jeden Tag: 33 Schmierereien an Haltestellen

Jeden Tag: 44 Zerstörungen in Bus, Bahn und Tram

Jeden Tag: 6 geklaute Nothämmer

Jeden Tag: 5 beschädigte Türen“

 

Die einzige neue Erkenntnis: Es gibt bei der BZ einen funktionierenden Taschenrechner. Diese Art der Berichterstattung abseits der tatsächlichen Entwicklungen hat Tradition bei der BZ. Hier ein paar Beispiele:

2008: „Berlin: Graffiti-Schäden um 453 Prozent gestiegen“

2009: „U-Bahn-Sprayer: Wann stoppt die BVG den Vandalismus?“

2010: „Schmierereien: Die BVG im Kampf gegen Graffiti“

Die Wirklichkeit sieht anders aus: Eigentlich gibt es seit Jahren einen konstanten Rückgang in den Schäden durch Vandalismus bei der BVG (wie auch allgemein in Berlin).

2008: 8,6 Millionen € (Berliner Morgenpost)

2009: 7,43 Millionen € (BZ)

2010: 6,42 Millionen € (BZ)

Zu kompliziert für Lukas Hermsmeier von der BZ: „Die Chaoten lassen nichts aus. Und die BVG zahlt. Fünf Millionen Euro pro Jahr!“

weitere Infos unter: GRAFFITIARCHIV – BLOG – BZ verkauft Leser für dumm

Bild: Elisa Böttcher / WikiCommons

“Things might have been different” – Breivik war Graffitisprüher

schablone von l.e.t. / streetfiles.orgEin interessanter Beitrag zur Debatte, ob Graffiti Jugendliche auf die schiefe Bahn bringt oder sie von Schlimmerem abhält, wurde kürzlich im schwedischen Graffitimagazin Underground Productions veröffentlicht. In der aktuellen Ausgabe findet sich unter der Rubrik “Word is that…” (“Es wird erzählt, dass…”) folgender Artikel:

“WORD IS THAT… …the norwegian Terrorist Anders Behring Breivik, in his 1,500-page manifesto (…) condemns hip-hop and graffiti culture. Breivik remembers his years as a graffiti writer using the tag Morg, and that he finally saw no other way out than to abandon hip-hop at the age of 16: ‘I had to make a choice, either get away from hip-hop or to end up like so many others who destroyed their own future.’ (…)

zum vollständigen Artikel beim Graffitiarchiv-Blog

GRAFFITI-ATLAS 2011

Konstanter Rückgang seit 2006 / Gewinner: Prenzlauer Berg (meiste Graffiti-Anzeigen), Neukölln (größter Anzeigenzuwachs) / in Niederschöneweide leben die traurigsten Hausbesitzer

Berlinkarte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Graffiti in Berlin, aus Daten des Kriminalitätsatlas der Berliner Polizei, 2011
mehr unter: http://graffitiarchiv.wordpress.com/

Graffiti wird im Kriminalitätsbericht der Berliner Polizei separat aufgelistet. Die Statistik der Polizei bezieht sich auf die Strafanzeigen durch „Farbschmierereien“, die 2011 erstattet wurden. Es wird also nicht das wirkliche Graffiti-Geschehen in der Hauptstadt abgebildet, sondern sozusagen der „Störfaktor für Hausbesitzer“, den jegliche Arten von „Farbschmierereien“ 2011 hatten. Einerseits ist es deshalb schwierig, Rückschlüsse auf die tatsächliche Häufigkeit von Graffiti in einzelnen Stadtvierteln zu ziehen. Andererseits benutzt zum Beispiel auch die polizeiliche Ermittlungsgruppe „Graffiti in Berlin“ die Ergebnisse der Statistik für die Planung ihrer Nacht-Einsätze.

Die Polizei sieht einen allgemeinen Rückgang von Graffiti in Berlin seit 2006, vor allem im Osten der Stadt. Insgesamt gab es 11352 Anzeigen (2006: 14870). Ganz weit vorn in der Statistik, die Stadtteile Prenzlauer Berg (757 Anzeigen), Friedrichshain (652), Mitte (611),Kreuzberg (529) und Neukölln (446).

Die unglücklichsten Hausbesitzer leben, glaubt man dem Bericht, in Niederschöneweide, wo die nur 10.000 Einwohner ganze 93 Mal Graffitifälle anzeigten. Das heißt, dreimal häufiger als im Berliner Durchschnitt. Allerdings sollte bedacht werden, dass dort der „Anteil politisch motivierter Graffiti-Taten rund viermal so hoch wie in Berlin insgesamt“ ist.

 

Den Kriminalitätsatlas 2011 (+ den Kommentar der Polizei selbst) kann man auf der Internetseite der Berliner Polizei runterladen.