Buchrezension „Street Art und neue Medien, Akteure – Praktiken – Ästhetiken“ von Katja Glaser

Cover

Der wissenschaftliche Transpript Verlag veröffentlichte im Februar 2017 „Street Art und neue Medien Akteure – Praktiken – Ästhetiken“ von Dr. Katja Glaser.

Die Autorin promovierte am DFG-Graduiertenkolleg „Locating Media“ der Universität Siegen. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Street Art und Urban Art, Mobile Medien, Social Networking und Medienästhetik.

Das Werk erscheint in der medienwissenschaftlichen Reihe „Locating Media/Situierte Medien“. Diese setzt sich mit der Entstehung, Nutzung und Verbreitung aktueller geomedialer und historischer Medienentwicklung auseinander.

In ihrer neusten über 400 Seiten starken Schrift geht Dr. Katja Glaser nun den Wechselwirkungen von Street Art und neuen Medien nach. Sie beschreibt Arbeiten und Techniken von verschiedenen Künstler_Innen, kategorisiert einschlägige Internetpräsenzen und Apps zum Thema Street Art/Urban Art und untersucht diese anschließend nach signifikanten Zusammenhängen.

Obwohl das Buch eine wissenschaftliche Abhandlung ist, ist es auf Grund das Sprachstils auch außerhalb des wissenschaftlichen Diskurses gut lesbar und unterhaltsam. Unterstützt wird dies durch die Vielzahl an Interviewausschnitten in denen verschiedene Akteure der Street-Art-Welt zu Wort kommen, sowie durch passendes Fotomaterial. Etwas schade ist, dass im gesamten Werk fast ausschließlich männliche Künstler Beachtung finden.

Beim Lesen hat man das Gefühl, dass eine „Outsiderin“ hier einen guten Einblick in die Szene bekommen hat, die aber gleichzeitig ihre wissenschaftliche neutrale Haltung bewahrt und nicht in Abfeierei verfällt.

Sie zeigt anhand aktueller Beispiele, wie technische Entwicklung sich in den Werken der Street Art niederschlägt und Künstler_Innen wiederum direkt Bezug auf neue Medien nehmen.

An richtigen Stellen spart sie auch nicht mit Kritik: So analysiert Dr. Katja Glaser, die fehlende kritische Auseinandersetzung in der Welt von Street und Urban Art, die letztendlich den Werken ihre Wirkungskraft nimmt.