SP38, MMX und die Linienstrasse 142

Ich war letzte Woche mit SP38 in Mitte unterwegs, der seinem Zorn gegen die Umstrukturierung der Linienstrasse 142 ein bisschen Luft machen musste. Hier auf FB gibt es eine kleine Bilder-Galerie – das Statement zu seiner Aktion (welche nicht meine Meinung wieder spiegelt und ich hier nur ganz neutral posten moechte) ist folgende (via):

SP38 moved in Berlin in the middle of the 90s & settled at the level of the 142 Linienstrasse in Mitte. Back in the days it was an artistic house project connected to the Tacheles looking onto a small courtyard with trees that grew up after the WWII. At that time, after the fall of the Berlin Wall, nobody wanted to live in the center east except punks, freaks, local people and alternative artists who used to live in squats.

20 years later things has significantly changed, Linienstr. is now one of the most expensive street where hipsters, bourgeois and agencies are fighting for each single square meter. All alternative artists has been kick out of the area long ago. Even the trees in the yard of Linienstr. 142 have now been removed to make way for businessmen & compromised artists that sold their soul to real estate companies, even though most of them still claim the underground and their belonging to the alternative urban art scene.

The reality here is artists and creatives are used and later abused to create a buzz, to bring a cool factor to another high end real estate project. Let’s be intellectually honest, it’s not about Art there, it’s about Business. How much does it cost to buy a soul, that we don’t know. What we do know is that where artists and creatives used to live and work for free, space is now available at 8000€ per square meter.

That doesn’t leave us indifferent & we fully support SP38 who’s intervention is meant to question the passers by. The fall of Berlin Mitte as a leading area for alternative art started 10 years ago when the Tacheles was sold. Since then things have only gotten worst. Berlin, what happens to your soul?

“Who Kills Mitte?” is not meant to be “against”, the point is to make a spontaneous artistic action to respond.

Our duty is to denounce the enemy.

Hintergrund ist der Kauf der Linienstrasse 142 und der angekuendigten Sanierung und Neubebauung des Grundstuecks. Dies wurde am 14.September diesen Jahres, auf einer Party, zu der die neuen Besitzer geladen hatten, verkuendet und mit Sekt, Schnittchen und Musik gefeiert (Bilder im FB-Album der Linien142-Seite).

Was SP38 jetzt genau mit “compromised artists that sold their soul to real estate companies” meint, laesst sich durch die MMX-Galerie erklaeren, welche damals in der Linien 142 beheimatet war und auf Nachfrage der neuen Besitzer und Investoren noch eine letzte abschliessende Ausstellung und eine kleine Brandwand organisierte (Termin hier im Blog. Die Ausstellung eroeffnete inoffiziell schon am 14.9.2012 fuer die Gaeste der Immo-Party).

Auch gab es auf dem Event grosse Faltflyer, auf denen den moeglichen Kaeufer_innen der bald gebauten Appartements angeboten wurde, ihr Wohnzimmer durch Artists der MMX im Streetart-Style designen zu lassen (Vorder- und Rueckseite).

SP38:

  • luckycat

    Ich würde gern noch ergänzend anmerken, dass der Künstler, dessen Arbeit hier beispielhaft in dem Faltblatt verwendet wurde, davon weder etwas wußte, noch sein Einverständnis für diese Art der Verwendung gegeben hat.

  • http://www.mmx.mx/re re:MMX by Co Verlag

    @ luckycat: das der Künstler vor der Verwendung nicht gefragt wurde ist so nicht korrekt und hat an dieser Stelle auch nicht wirklich was zu suchen.

    zu dem Artikel den wir generell Positiv sehen da er auch andere Seiten aufzeigt und die Hintergründe hinterfragt …

    Saniert, gebaut und verkauft wird mit oder ohne das Künstler hier ausstellen. Das Künstler hier ausgenutzt werden ist Ansichtssache aber leider auch ein altbackenes Thema,
    es wird offen kommuniziert was wir machen und wer es finanziert.
    Wenn man es genau nimmt sind Künstler und Kreative Teil der Gentrifizierung und Entwicklung von Stadtteilen, warum dürfen sie nicht auch davon profitieren?
    Wir haben uns darauf eingelassen um uns mit der Thematik auseinanderzusetzen anstatt einfach dagegen zu sein, für uns war das eine 180 Grad Wendung, in 2010 haben wir diesen Ort schließlich aus eigenen Kräften aufgebaut.
    Eine solche Zusammenarbeit ist für uns neu aber auch spannend. Es stimmt nach dem Konzept sollen Künstler die Eigentumswohnungen nach Wunsch gestallten bzw. Kunstwerke kaufen und der öffentliche Raum des Haus soll auch mit Kunst gestaltet werde, was gibt es daran verwerfliches ?
    Es wird schließlich auch dementsprechend honoriert und wovon lebt der normale Künstler sonst wenn gerade nicht von Nebenjobs, Harz IV oder Stipendien.

    und noch zur Korrektur, die Ausstellung am 14.09.12 war nicht eine abschliessende Ausstellung sondern nur der Anfang, bis zur Fertigstellung des Neubaus in 2014 werden sich Künstler mit der Thematik und dem Ort auseinandersetzen … über den Winter laufen Videos in dem Container und die Lichtinstallation wird jeden Abend zu sehen sein.

    wir hoffen euch bei unseren Eröffnungen zusehen und über konstruktive Diskussionen

    facebook.com/coverlag
    co-verlag.com
    mmx.mx/re

  • http://www.berlin.de john reaktor

    um das mal klar zu stellen! die meisten künstler hat man schön in messer laufen laßen.